Wie kommunizieren Kinder im Internet/ Online

Was aber machen Kinder eigentlich genau im Internet? Das Internet erfüllt aus Sicht der Kinder zwei Hauptfunktionen:
Einerseits ist es ein Tor zur großen, weiten Welt. Es ermöglicht, sich jederzeit vielfältige Eindrücke zu verschaffen, die weit über den persönlichen Lebensraum hinausgehen, und liefert Stoff für Gespräche mit Freunden. Mindestens genauso wichtig ist aus der Sicht der Kinder aber die Kommunikationsfunktion des Internets: In der Anfangsphase geht es darum, Freundschaften aus der realen Welt auch im Internet weiter zu pflegen. Diese Art der Kommunikation mit Freunden ist etwa ab einem Alter von 10 Jahren stark ausgeprägt. Insbesondere Mädchen schätzen sie und waren für 69 Prozent aller gemessenen privaten Chat-Kontakte („ich chatte mit Freunden“) verantwortlich. Kontaktaufnahmen bzw. Chats mit Fremden bilden in der von uns betrachteten Altersklasse eher die Ausnahme; als Medium zum Knüpfen neuer Kontakte gewinnt das Internet erst bei den Jugendlichen über 13 Jahren an Bedeutung. Sind Jugendliche erst einmal mit dem Internet vertraut, sind Chat-Programme unverzichtbar und stets zumindest im Hintergrund aktiv, während der PC genutzt wird. Kein Wunder, dass in 35 Prozent aller gemessenen Internetkontakte die Befragten angaben, sie wären gerade mit Freunden im Chat. Knapp ein Fünftel (jeweils 19 Prozent) suchten gerade etwas im Internet mit Hilfe einer Suchmaschine oder spielten alleine -Spiele. Informationen für die Schule wurden dagegen nur in 5 Prozent der Online-Kontakte gesucht.

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Dass das Stereotyp des jugendlichen, vereinsamten Computer-Nerds mit der Praxis wenig zu tun hat, lässt sich an zwei Punkten belegen: Einerseits nimmt die Kommunikation mit Gleichaltrigen einen sehr großen Stellenwert bei der Online-Nutzung ein. Ebenso wichtig ist aber, dass während 48 Prozent aller Internetkontakte weitere Personen im Zimmer der Kinder anwesend waren. Knapp in der Hälfte der Fälle waren dies die Eltern. Fast immer sind die Eltern zum Beispiel dabei, wenn die Kinder angeben, mit Hilfe des Internets Informationen für die Schule zu suchen. Sind dagegen Freunde oder Geschwister mit im Zimmer, wird stattdessen eher gechattet. Eltern sehen sich also vor allem in der Pflicht, ihren Kindern die nützlichen Seiten des Internets zu zeigen und den Informations- und Wissensaspekt in den Vordergrund zu stellen. Die Chance, gemeinsame Zeit mit Unterhaltungsangeboten im Web zu nutzen, wird vertan. Auch die Kinder tragen dazu bei, verstehen sie doch das Web als „ihr“ Medium und nutzen es bewusst zur Abgrenzung von den Eltern.

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